GRÜN HINTERM OHR

Print media specialist. B2B | Knit addict. Bibliophile. Wine enthusiast |
Autodidact | But in the end... Who even cares?


Category: Lesen

Adieu mit ö

Wie schön, solche Szenen bewahren zu können.

Der endlose Himmel, der die Zeiten überdauert. Für einen kurzen Augenblick überlege ich, dass man sich eine bessere Welt herbeiträumen kann. Glück ist so schwer auszumachen. Es war schön hier.
Lest Bücher, so viele wie möglich!
Trinkt Wein, so guten wie möglich!

Ökonomie trifft Psychologie trifft Empirie trifft fernöstliche Philosophie

Man ist ist das Produkt der Bücher, die man liest und der Menschen, denen man begegnet.

Dass ich ein Vielleser bin, ist bekannt. Auch, dass es nur wenige Bücher, die für mich wirklich wichtigen, zu einer Buchbesprechung schaffen. Heute mal eine ungewöhnliche Betrachtung, ein Sachbuch, das auch persönlich zum Nachdenken anregt.

Oft werde ich gefragt, warum ich derartige Bücher lese. Es ist einfach: Menschen möchten in dem, was sie tun einen Sinn sehen. Je häufiger man feststellt, dass einem der Sinn und Zweck des Tuns nicht nur durch einen selbst sondern auch von außen nicht mehr erklärt werden kann, wenn man sich autokratischem Verhalten gegenübersieht, wenn ehrliche und authentische Wertschätzung von Individuen kein großes Gewicht hat – genau dann beginnt man solche Fachliteratur zu studieren. Um neue Wege zu erkunden. Um vielleicht für sich selbst neue Sichtweisen zu erkennen, wie man subjektiv, objektiv und sozial anders auf die Realität blicken kann.

„Entwicklung“ im aktuellen übergeordneten Transformationskontext bedeutet für mich persönlich in erster Linie Selbstreflexion und -studium. Mit neu erworbenen Denkweisen kann ich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten bzw. im eigenen Einflussbereich aktiv zu dem gewünschten respektvolleren und gemeinschaftlich orientierten Umgang beitragen.

Hier bietet dieses Buch anhand vieler vorgestellter Theorien, Modelle und Konzepte zahlreiche Anregungen, im Hinblick auf das Mitgestalten einer organisatorischen Zukunft auch die eigene innere Haltung zu beleuchten, zu überdenken und ggf. gemeinsam weiterzuentwickeln. Erschienen in einem renommierten Fachverlag, kommt dieser Titel auf der Welle der Transformationsliteratur wunderbar unaufgeregt daher. Er lässt Bestseller, die diese Art Bewegung und Denken einem breiten Publikum zugänglich gemacht haben, nicht außer acht und nimmt darauf Bezug. Zusätzlich werden aber, auch für den interessierten Laien verständlich, die weniger bunten, weiteren Entwicklungstheorien und Stufenmodelle erläutert. Ergänzend dazu werden Prinzipien und Methoden skizziert, bei denen Kommunikation und Dialog im Vordergrund stehen. Interessiert hätte mich hier das eine oder andere untermauernde Fallbeispiel aus der Realität. Insbesondere zum konfliktlösenden Abgleichen von individuellen und gemeinschaftlichen Interessen, die das soziale Miteinander und seine Komplexität ausmachen.

Die neue industrielle Revolution, digitale Transformation, Digitalisierung -oder welchen Begriff auch immer man verwenden möchte- ist eine gefühlte Zeitenwende. Es ist in erster Linie ein „Change“, der Menschen betrifft. Beruflich und privat. Dies vermischt sich, schon rein technologisch, zunehmend. Dazu muss man mit Menschen umgehen können, sie teilhaben lassen, ihnen zuhören und sie mitnehmen wollen. Dieses Buch bietet dem Leser genau dazu viele interessante Denkanstöße ohne einem die eigene Vision einer neuen Welt aufdrängen zu wollen.

Es ist ein Praxishandbuch, das diesem Namen gerecht wird und sich nicht als strategisches Ergebnis positioniert, sondern sich durchweg als Begleiter eines Prozesses versteht und gemeinsames Arbeiten mit Menschen zur vorrangigen Zielsetzung macht.

Ökonomie trifft Psychologie trifft Empirie trifft fernöstliche Philosophie.
Das ist eine, wie ich finde, spannende Mischung, die sich weiter zu denken und auszuprobieren lohnt.

So?

Oder so?

Oder beides?

Der perfekte Abend

Get lost in a Book.
Experience Magic.

Stille

Längere Zeit habe ich nicht über Bücher gebloggt. Was nicht daran lag, dass ich nicht gelesen habe. Nein. Ich habe nur vielmehr nichts gelesen, das es wert gewesen wäre, darüber zu bloggen. Sachbücher sind selten spannend genug für eine Rezension. Und in der Literatur ist es ähnlich: es gibt viel Gutes, das mich unterhält, aber nur Weniges, das den Weg in den Blog finden wird, da dies immer etwas Besonderes sein sollte.

„Stille“ ist so etwas Besonderes.

Angesiedelt zwischen Sachbuch, Erfahrungsbericht und persönlichem Journal ist es für mich ein echtes Juwel, wenn man sich mit diesem Thema beschäftigen möchte. Es handelt sich hier nicht um ein weiteres Achtsamkeits-, Weisheiten- und Meditations-Problemlösungsgeschwurbel, auf dessen Zug viele Verlage meinen, noch ein Hyggelchen draufsetzen zu müssen. Sondern um ein kleines, feines, leises Buch abseits des lauten Mainstream. Wie vom Insel Verlag zu erwarten. Der sehr gelungene Kontrast zwischen Buchumschlag und -deckeln wird dem Thema obendrein in gekonnter Form gerecht, und das Papier ist für alle Freunde des bedruckten Blattes haptisch eine wahre Freude.

Natürlich spielen die o. g. Themen eine Rolle, wenn es um Stille, insbesondere die innere Stille geht. Dem Autor gelingen hier aber sehr persönliche Eindrücke, gespickt mit kleinen philosophischen und lyrischen Abstechern, die mich persönlich schon seit längerer Zeit bewegen und beschäftigen. Parallel dazu liest man von sehr modernen Einsichten, die einen durchaus zum weiteren Nachdenken anregen.

Fazit: Ein Kleinod, das ich sicherlich nicht nur einmal gelesen haben werde. Ein ganz besonderes Buch!

Mein Kopf ist voller unausgereifter Gedanken, und ich schaffe es nicht, die Welt auszusperren. […] Stille zu erzeugen, ist bisweilen eine kleine Herausforderung. Manchmal schreibe ich mir verschiedene Gedanken auf einen Zettel, um sie so aus dem Kopf zu bekommen.

Die Korrekturen

Und wenn das Ereignis, die große Veränderung in deinem Leben, einfach nur eine Einsicht ist? Ist das nicht seltsam? Es verändert sich absolut nichts, außer dass Du die Dinge anders siehst und deswegen weniger ängstlich, mutiger und stärker bist. Ist es nicht wunderbar, dass ein unsichtbares Ding in Deinem Kopf sich realer anfühlen kann, als alles, was Du bis dahin real erlebt hast?

(Franzen, Die Korrekturen)

Ein schönes Wochenende! 📚 … lesen …

Bücher

Aufgewachsen in einer Druckerei inmitten von Setzkästen und Bleilettern werden das gedruckte Wort, sein Papiergeruch und daran interessierte Menschen immer etwas Besonderes für mich sein.

Bücher bereichern mich.

Bücher sind menschliche Gedanken über Dinge und Zustände, mit denen ich mich ohne Diskussionen auf einer Wellenlänge fühlen kann.

Bücher beschreiben fremde Welten. Worte liefern neue Blickwinkel. Mein Kopf kann sich mit etwas Neuem beschäftigen und wahlweise lernen oder entspannen, wenn ich wieder einmal das Gefühl habe, mein Verstand explodiert.

Bücher erzählen Geschichten und machen die Vergangenheit nicht vergessen. Biografien sind toll.

Sprache ist wichtig!

Lesen ist Stille. Konzentration. Ruhe.

„Lies, um zu leben.“ (Gustave Flaubert)