Bill Bernbach 2.0

Ein Nachtrag zum Beitrag vom 29.12.2016.

1947: „Ich mache mir Sorgen, dass sich unsere kreativen Adern allmählich verhärten.“
2017: „Alles, was es gibt, muss nach Regeln, Kriterien, Abläufen und Plänen geschehen.“

In unserem Zeitalter lassen wir uns die Fähigkeit, eigenständig zu denken nicht mehr nur von handgemachten Regeln diktieren, sondern von Maschinen und Systemen. Heutzutage gilt mehrheitlich: System vor Mensch, Prozess vor Interaktion. Denn das gibt Sicherheit, da kann einem nichts Unbequemes passieren. Eine gute Idee kann nicht einfach nur eine gute Idee sein, sondern muss von allem und jedem hinterfragt, analysiert und in vorgeschriebene Schemata gepresst werden.

Der Mensch rückt über kurz oder lang in den Hintergrund, funktioniert schlechthin und macht sich zum Sklaven von Maschinen und systemischen Ordnungsprinzipien. Wir tun gut daran, nicht zu verlernen, unseren Kopf und unseren Verstand zu nutzen und unsere schöpferische Autonomie zu bewahren, denn sonst wird irgendwann nichts mehr menschlich sein!

„Alles, von dem mir mein Gefühl sagt, dass es gut ist, ist auch wirklich gut; alles, was mein Gefühl schlecht nennt, ist schlecht.“
Jean-Jacques Rousseau

Wünsche ein philosophisches Wochenende.