GRÜN HINTERM OHR

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Autodidact | But in the end... Who even cares?


Category: Freunde

So ein herrlicher Tag.

Und ich soll gehen.


Nur derjenige, der von uns gegangen ist, ist derjenige, der zu uns gehört.
Jorge Luis Borges

Freunde des Zusammenlegens

Es gibt Dinge, die sind bekloppt. Bekloppt, aber irre gut.

Puzzlen ist so ein Ding. Ich habe es neben dem Lesen und der Strickerei schon immer geliebt, aber lange Zeit nicht mehr gemacht. Nun also die Herausforderung: in den Schränken fristen seit Jahrzehnten ein verpacktes 8.000- und ein 18.000-Teile Puzzle ihr verstaubtes Dasein. Für einen alleine machbar, aber kein großer Spaß. Puzzlen entspannt und ist für mich persönlich in gewisser Weise meditativ, aber bei den o. g. Teilezahlen wird im Alleingang das Durchhaltevermögen doch auf eine sehr harte Probe gestellt.

Und plötzlich findet man im Freundeskreis Gleichgesinnte, die regelmäßig puzzlen und Interessierte, die allesamt Bock auf eine größere Puzzledimension haben. Ehe man sich versieht, trifft man sich ein- bis zweimal in der Woche.

Wir strukturieren das Motiv und sortieren die Teile, strukturieren wieder neu, weil sich mit der voranschreitenden Detailkenntnis des Motivs neue Muster ordnen lassen. Wir organisieren Pappen, da der runde Tisch im Durchmesser nicht ausreichend ist und nähern uns peu à peu gemeinschaftlich dem langfristigen Erfolg.

Kurz: wir haben eine Menge analogen Spaß!

Im Puzzlefieber entstehen neue Wortkreationen wie „Gemöck“ und „Brunkack“, und die Gesellschaft zur Stärkung der Verben dürfte sich an vermehrten Klickzahlen gefron haben.

Wie lange es dauern wird? Schwer zu sagen. Das gemeinsam angepeilte Ziel lautet: Räumlichkeit puzzlefrei zur alljährlichen Vorsilvesterzusammenkunft!

Wir werden sehen.

Motiv: Marino Degano, 2000 Years (Heye Puzzle)
Teile: 8.000
Abmessungen: 196 x 130 cm
Startschuss: 09.05.2018
Rand fertig: 18.05.2018

Abschlussfest

Liebe Freunde,

eine famose Vorweihnachtszeit findet ihren Ausklang. Ihr wart immer da, und ich bin froh.

„Persönlichkeiten, nicht Prinzipien bringen die Zeit in Bewegung.“
(Oscar Wilde)

Viel Liebe und viel Weihnachten🎄💫✨🌟.

2017 in Bildern.

Es blaut die Nacht.

Ihr seid, wir sind… spitze!

Es blaut die Nacht, es freitagt wieder,
der Club aus Berg und Tal eilt flugs hernieder.
Wer Zeit hat, trifft bei Maxe ein,
denn er schenkt ein den heißen Wein.
Das Häuschen strahlt in vollem Licht,
und wer woanders steht – der ist ein Wicht.
Das Jahr ist um, man mag’s kaum glauben,
verziert, die Becher mit den Sahnehauben.
Der Club trifft sich jetzt, keine Frag‘,
an Maxes Glühweinhütte jeden Tag!
Vorm Häuschen steht die bunte Schar,
von weitem wird man ihr ganz schnell gewahr.
Aus dem Kanister gluckert fein
der Wein ins Heizgefäß hinein.
Wer mag, der trinkt auch mal ’nen Punsch.
Ein jeder ganz nach seinem Wunsch.
Mit Bier und Weizen und auch Tee
erwarten wir den ersten Schnee.
Erst flüsternd leis‘ wird angetrunken,
am 23. dann abgewunken…
Lieber Maxe, Dir sei Dank,
für tolle Tage Spitzentrank.

Der Club ist voll, die Hütte brennt.
Ein Sternlein blinkt – es ist Advent.

(Original: Loriot, Clubversion: Mary und Julia)

Sinn

„Nennt die Welt, wenn ihr wollt, »das Tal der Seelenbildung«, dann werdet ihr auch den Sinn der Welt erkennen …“ (John Keats, Briefe, April 1819)

Wir verlieren alles, was wir lieben. Und alles, was wir tun, soll uns helfen, uns von dieser Tatsache abzulenken. Menschen möchten in dem, was sie tun, einen Sinn sehen. Aber die Frage nach dem Sinn, im Großen wie im Kleinen, ist nurmehr schwer zu erfassen. Verluste, Veränderungen, Fragen und Erwartungen lassen mich permanent zweifeln. Ich zweifle an mir selbst und meiner (kleinen) Welt. Wie sollen sich diese Zweifel durchstehen lassen, ohne nicht ständig irritiert nach Fakten, Gründen und Orientierungspunkten zu suchen?

Den besonders lieben Menschen um mich herum, die mir Verständnis und Hoffnung entgegenbringen, bin ich zutiefst dankbar. Jedem Einzelnen. Manchmal schaffen sie es, für einen kurzen Moment mein Leben zu erhellen. Aber der Sinn, den sie mir nach Kräften zu geben bemühen, wird mich derzeit nicht beständig ausfüllen können. Es gelingt mir nur flüchtig, ihnen Glauben zu schenken und zu erkennen, dass es das Leben gut mit mir meint, dass es großartig ist, dass ich glücklich sein und Freude empfinden sollte.

Der Tag wird kommen. Aber bis dahin muss erst einmal der Schmerz weichen: ein mentaler Erfahrungsprozess, in dem ich mich meiner Fähigkeit erinnern muss, die Realität erlittener Verluste und die absolute Diskontinuität zu begreifen statt sie zu verdrängen. Ein aufreibender Erfahrungsprozess, in dem zugleich die hektische Änderungswut unserer überdrehten Fortschrittsepoche wirkt.

Geistiger Trost ist mir Literatur und Dichtung. Indes, befriedigende Antworten im Nachdenken um das Leben und das Warum werde ich auch hier nicht finden. Nichts und niemand kann das. Kein Gespräch der Welt. Die Welt wird ohnehin nicht mehr zur Vernunft kommen. Aber was auch geschehen mag, sie dreht sich weiter. Unberührt von allem.

Keep going.

Gestern.

Gegen 18.00 Uhr. 😥❤🎈🎈😘

Ein Mensch muss Bedeutung haben.


    („Es ist einfach so schön 😍😍“, 07.07.2017 21.20)

    Nun stehe ich hier und denke an Dich.

    Memento
    Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
    Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
    Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

    Allein im Nebel tast’ ich todentlang
    Und lass mich willig in das Dunkel treiben.
    Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

    Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
    – Und die es trugen, mögen mir vergeben.
    Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
    Doch mit dem Tod der andern muss man leben.
    (Mascha Kaléko, „Verse für Zeitgenossen“)